
Der Architekt unseres neuen Pfadiheims ist ein alter Bekannter. Chlötzli (Benno Kohli) organisierte 1989 den Umzug des Pfadisli- und Bienliheims vom Titlisweg an den heutigen Standort bei der Bleichi.
Damals musste sich die Pfadfinderinnen-Abteilung Wohlen (vor der Fusion waren es noch zwei getrennte Abteilungen) ein neues Zuhause suchen. Das Pfadisliheim beim Ortsausgang Richtung Bremgarten musste den Expansionsplänen der Firma Ulrich Matter AG weichen. Die Gemeinde Wohlen bot bei der Bleichi einen neuen Standort an. Doch wie zügelt man eine ganze Holzbaracke? Da kam ein Hochbauzeichner im letzten Jahr seiner Lehre wie gerufen. Chlötzli bot sich an, die Pläne zu zeichnen, die Kosten zusammenzutragen, die Baubewilligung einzuholen und Handwerker und Freiwillige aufzubieten. Das Budget betrug 20’000 Franken. Mit diesen beschränkten Mitteln das Vorhaben zu realisieren, war nur möglich, wenn viele Freiwillige Fronarbeit leisten und Handwerker, wie unter anderen die Zimmerei Wey, Villmergen, auf einen grossen Teil ihrer Forderungen verzichten würden. So griffen etwa die Mitglieder des Vereins Circolo A.C.L.I. am Feierabend den aufgebotenen Pfadis beim Giessen des Fundaments unter die Arme. Der Zivilschutz stellte eigene Leute und ein Mowag-Fahrzeug zur Verfügung. Mit geeinten Kräften glückte der Umzug. Am Ende von Chlötzlis Rekrutenschule stand das Pfadisli- und Bienliheim in neuem Glanz am neuen Standort bei der Bleichi.
Die Holzbaracke haben wir liebgewonnen und viele bleibende Erlebnisse sind damit verbunden. Nach einer bewegten Geschichte von wohl über 80 Jahren hat aber auch dieses Gebäude sein Lebensende erreicht. Was war seine Motivation, sich nach 37 Jahren nochmals zu engagieren? Als er für die Projektierung eines neuen Pfadiheims angefragt wurde, musste er nicht lange zögern. Pfadi hat ihm schon immer sehr viel bedeutet. Deshalb verzichteten Stutz Kohli Architekten auch auf das Architektenhonorar für die gesamten Entwurfs- und Planungsarbeiten. Es ist für ihn und seine Geschäfts- und Lebenspartnerin Christa Stutz ein sinnvolles Sponsoring in ein gesellschaftlich wertvolles Projekt.
Und was ist heute anders als damals? Die Projektierung ist heutzutage um einiges komplexer und es braucht dementsprechend eine gute Zusammenarbeit im Team. Es freut ihn, dass Pfadi die gleiche Unterstützung erfährt wie ehemals. Gemeinde, Handwerker, Planer, öffentliche Stellen – alle stehen hinter dem Vorhaben, fragen nach und bieten ihre finanzielle Hilfe an. Das spornt ihn an und gibt ihm die Gewissheit, dass er nächstes Jahr ein weiteres Mal ein Pfadiheim in die Hände einer jüngeren Generation legen kann. Damit die Pfadi in Wohlen auch die nächsten Jahrzehnte ein Zuhause hat.


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